Aller Abschied tut weh

Wer gut beenden kann, ist frei für die Zukunft

Eine Trennungsberatung kann als Paarberatung oder als Einzeltherapie sinnvoll sein. In den Paargesprächen geht es darum, miteinander besser zu verstehen, was zur Trennung geführt hat und welche Anteile beide an der Trennung hatten. Dieser gemeinsame Blick auf das Vergangene hilft dabei, die eigene Situation und die das anderen besser zu verstehen. Dadurch fällt es leichter, Abschied voneinander zu nehmen und somit positiv in die Zukunft gehen zu können.

Wenn Kinder Teil der Beziehung sind ist es wichtig, miteinander einen Weg zu finden, gemeinsam Eltern bleiben zu können. Das gibt den Kindern Stabilität und Sicherheit in einer insgesamt schwierigen Situation. Aber natürlich geht es auch den Eltern besser, wenn sie es schaffen, sich nach Beendigung der Beziehung weiterhin gemeinsam verantwortlich zu fühlen.

In Einzelgesprächen steht der Liebeskummer im Vordergrund. Liebeskummer löst Trauer aus. Damit verbunden ist auch Hass und Ablehnung. All diese Emotionen gehören zur Trauer dazu. Wichtig ist, dass man in einem dieser Gefühle nicht über einen längeren Zeitraum hängen bleibt. Dann ist es nicht möglich loszulassen, in die Zukunft zu gehen, sich in einem neuen Leben einzurichten oder sich auf eine neue Beziehung einzulassen.

Übrigens, auch der, der gegangen ist, kann hängen bleiben. Dann meist in einem Gefühl von Schuld…

Leseprobe

Wer ist für mein Wohl verantwortlich? - Verantwortung für das eigene Kind übernehmen

In einer Liebesbeziehung neigen wir dazu, unser Wohl vom Verhalten des Partners abhängig zu machen. Selbst wenn wir vom Verstand her wissen, dass wir als Erwachsene für unser Wohl eigenverantwortlich sind, verhalten wir uns instinktiv oft anders. Hier wird die Diskrepanz zwischen unserer kognitiven, rationalen Instanz und unserer emotionalen, bedürftigen Instanz deutlich. Der Grund dafür, dass wir instinktiv den Partner für unser Wohl verantwortlich machen, ist der, dass uns das innige Miteinander einer Partnerschaft auf emotionaler Ebene an die ursprüngliche Mutter-Kind-Symbiose erinnert, in der die Mutter für unsere Bedürfnisse verantwortlich war. Als Säuglinge und Kleinkinder sind wir ja auch gar nicht in der Lage gewesen, selbst für unser Wohl zu sorgen. Diese Eigenverantwortung entwickeln wir erst mit dem Erwachsenwerden.

Auch wenn uns vom Verstand her klar ist, dass eine Beziehung zwischen zwei Erwachsenen doch etwas anderes sein sollte als die frühkindliche Bindung, in der wir von der Mutter abhängig waren, bringt diese Erkenntnis oft ein gewisses Aufwachen aus einer schönen Illusion mit sich, gegen das wir uns innerlich wehren. Meist kommt diese Einsicht in der im letzten Kapitel beschriebenen Entscheidungsphase. Gerade Menschen, die in ihrem Bedürfnissen nach Sicherheit, Schutz oder Fürsorge als Kinder nicht satt geworden sind und deren Hunger in der Verliebtheit endlich gestillt wird, fällt es schwer, den anderen nicht als Bedürfniserfüller zu betrachten.