Die systemische Therapie

Ursprung und Wirkung

Das von uns in den Herkunftsfamilien entwickelte Verhalten half uns, einen sicheren Platz in unseren Familien einzunehmen und den Erwartungen, die an uns gestellt wurden, zu entsprechen. Oft sind diese gewohnten Verhaltensweisen jedoch in unserem jetzigen Leben im Beruf, in der Partnerschaft oder der Familie hinderlich. Wir geraten in immer gleiche Konflikte, erreichen unsere gewünschten Ziele nicht oder fühlen uns unverstanden. Schon das Erkennen dieser veralteten Muster und wie sie uns den Weg versperren, schafft ein neues Bewusstsein. Erst wenn wir unser ureigenes Programm verstanden haben, ist es uns möglich, unser Verhalten umzulernen und unseren neuen Lebenssituationen anzupassen.

FAQ

Was ist eine systemische Therapie?

Neben der Psychoanalyse, der Verhaltenstherapie und vielen anderen Therapieformen, ist auch die systemische Therapie ein therapeutischer Ansatz. Wenn es um Beziehungen geht, ist dieser Ansatz zielführend. Es wird beleuchtet, wann und warum unser Beziehungsverhalten entstanden ist, ob es in unserer aktuellen Beziehung noch sinnvoll ist und was wir eventuell verändern möchten. Das systemische Therapieverfahren hat somit einen analytischen als auch einen lösungsorientierten Anteil.

Was ist ein System?

Die systematische Therapie unterscheidet unterschiedliche Systeme in denen wir uns befinden, sei es das berufliche Umfeld, das familiäre Umfeld, der Freundeskreis … Wie wir uns in den unterschiedlichen Kontexten positionieren, hat etwas mit den Erfahrungen zu tun, die wir in unserem Herkunftssystem gemacht haben. Wollen wir unser Verhalten verändern, ist es wichtig zu versehen, warum wir uns so verhalten, welchen Zweck wir damit erfüllen wollen und zu erörtern, ob unser Verhalten unserer aktuellen Position angemessen ist.

Wo liegt der Ursprung unseres Verhaltens?

Das von uns entwickelte Verhalten half uns, als Kinder einen sicheren Platz in unseren Familien einzunehmen und den Erwartungen, die an uns gestellt wurden, zu entsprechen. Diese Verhaltensmuster und deren Ursprung sind uns in unserem späteren Leben meist gar nicht mehr bewusst. Wir merken zwar, dass wir in immer gleiche Konflikte geraten, verstehen aber nicht warum oder meinen, es läge an den anderen. Das Erkennen der ureigenen Muster, schafft ein neues Bewusstsein. Erst wenn wir unser ureigenes Programm verstanden haben, ist es uns möglich, unser Verhalten umzulernen und unseren neuen Lebenssituationen anzupassen.

Wie kann die systemische Therapie zu einem besseren Miteinander führen?

In der Partnerschaft stoßen zwei Ursprungssysteme aufeinander. Das heißt, beide bringen bestimmte Verhaltensmuster und Vorstellungen mit in die Beziehung, die sich stark von denen des anderen unterscheiden können. Es ist wichtig das eigene Verhalten zu verstehen und die Beweggründe des anderen für dessen Verhalten zu begreifen. Erst wenn beide ein Bewusstsein für die eigenen Verhaltensmuster und die des Partners haben, ist es möglich miteinander ein gemeinsames Familiensystem zu entwickeln, in dem die Bedürfnisse beider einen Raum haben.

Was sind die Vorraussetzungen um ein harmonisches Miteinander entwickeln zu können?

Akzeptanz für die eigenen Bedürfnisse und die des Partners, so wie der Wunsch einander entgegenzukommen ohne sich selbst dabei aufzugeben. Mein Buch „Meine Bedürfnisse, Deine Bedürfnisse“, setzt sich intensiv und umfangreich mit den Möglichkeiten, zu einem harmonischen Miteinander zu finden, auseinander.

Leseprobe

Die Beziehung - Was bestimmt den Kontakt zum anderen?

Wie ein Mensch auf einen anderen zugeht, hat in erster Linie mit seiner persönlichen Prägung zu tun. Das mag für die meisten logisch klingen. Interessanterweise verhalten wir uns in Beziehungen aber oft so, als würde es am anderen liegen, wie wir auf ihn zugehen. Wir begründen beispielsweise unsere Schüchternheit damit, dass wir den anderen als einschüchternd empfinden. Es liegt somit an ihm, dass wir nicht offenherziger auf ihn zugehen können. Vielen mag das logisch erscheinen. Schließlich gehen wir ja auch unterschiedlich auf verschiedene Menschen zu.

Natürlich geht von der anderen Person ein Reiz aus, der dazu veranlasst, zugewannt oder ablehnend auf ihn zu reagieren. Allerdings hat die Art, wie wir auf andere reagieren, oft viel mehr mit uns selbst zu tun als mit dem, was tatsächlich von der anderen Person ausgeht. Reagiere ich auf eine andere Person auf eine Weise, die weniger mit der Person, sondern vielmehr mit mir selbst zu tun hat, wird das als Überreaktion bezeichnet. Ich reagiere in dem Moment auf etwas, für das die Person steht. Also über den eigentlichen auslösenden Reiz hinaus.

Wenn wir uns in einen anderen Menschen verlieben, passiert das, weil der andere eine tiefe Zuneigung in uns auslöst. Auch das hat einerseits mit dem Reiz, der von ihm ausgeht zu tun, aber auch mit dem, was er in uns auslöst. Viele von uns können gar nicht sagen, warum sie sich in den anderen verliebt haben. Dabei kann es sehr aufschlussreich sein, sich diese Frage zu stellen. Oftmals meinen wir, der andere könne uns eine tiefe Sehnsucht erfüllen. Es wird im Verlauf des Buches deutlich, welche Auswirkungen die Erwartungen, die wir persönlich mitbringen und an die Beziehung stellen, haben.